Montag, 03.09.2018
Uli Auffermann

Baubeginn für das Prinz-Luitpold-Haus

Damals ... im September 1880

In den Allgäuer Alpen gibt es sehr zur Freunde von Bergwanderern und Alpinisten nicht nur viele herausfordernde Gipfel, Höhenwege und Steige, sondern auch etliche traditionsreiche Hütten des Alpenvereins. Hoch oben im Gebirge liegen sie, fügen sich harmonisch in die wunderschöne Umgebung ein. Jede von ihnen hat eine ganz eigene Geschichte, ist mit besonderen Namen und Taten verbunden. So auch das 1.846 Meter hoch gelegene Prinz-Luitpold- Haus im Hochvogelgebiet bei Bad Hindelang.

Im September 1880 wurde mit dem Bau des Unterkunftshauses begonnen, und nur wenige Wochen später stand es in herrlicher Lage auf einer terrassenförmigen Erhebung zwischen Wiedemer und Fuchskarspitze. Im Juli 1881 war dann Eröffnung, und die Schutzhütte erhielt den Namen Seiner königlichen Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern! Heute ist das Prinz-Luitpold-Haus eine der ganz großen Alpenvereinshütten, mit eigenem Wasserkraftwerk, bestens betreut von den sympathischen Hüttenwirten Martina und Josef Adam.

Hoch über dem Bärgundele umrahmen das Haus im Süden und Osten prächtige Felsberge, in denen sich lohnende Kletterrouten befinden.

Als Stützpunkt zur Besteigung des Hochvogels ist das Prinz-Luitpold-Haus unerlässlich, während es gleichzeitig ein wichtiges Etappenziel bei der großen Allgäu-Durchquerung über Jubiläums- und Heilbronner Weg darstellt. Ganz besonders eindrucksvoll: der überaus aussichtsreiche, aber auch sehr lange und anstrengende Heilbronner Weg von der Kemptner Hütte herüber, der – wie auch der Jubiläumsweg – 1899 eingeweiht wurde. Rund neun Stunden Gesamtgehzeit, die gute Kondition und bestes Wetter einfordern!

1934 wurde Willi Wechs Pächter des Prinz-Luitpold-Hauses, der sich der herrlichen Klettermöglichkeiten an der Fuchskarspitze annahm. Eine große Anzahl schöner, neuer Führen wurde so in jenen Jahren erschlossen. Bald schon war die Fuchskarspitze einer der wichtigsten Allgäuer Kletterberge, und so war es nicht zuletzt Willi Wechs zu verdanken, dass sich das Prinz-Luitpold-Haus als bedeutendes Bergsteiger-Zentrum etablierte.

Sicher aber ist die Besteigung des Hochvogels das absolute Highlight. Der markante, 2.592 Meter hohe Berg, der auch den Beinamen „das Matterhorn des Allgäus“ trägt, ragt gute zweihundert Meter über seine benachbarten Gipfel hinaus und bewirkt damit ein einzigartiges Panorama. Den höchsten Punkt der mächtigen Pyramide mit ihren über sechshundert Meter hohen Wänden zu erreichen, erfordert allerdings Bergerfahrung. Es sind trotz Steiganlage abschüssige, schrofige Passagen mit viel Geröll zu beherrschen. Trittsicherheit ist wichtig, und das steile Firnfeld, der sogenannte „kalte Winkel“, kann in ausgefrorenem Zustand äußerst heikel oder sogar unpassierbar werden. Wer genießen will und sich nicht ganz so sicher fühlt, sollte sich einem Bergführer anvertrauen. Kommt man gut voran, ist es möglich, den Gipfel des Hochvogels in rund zweieinhalb Stunden vom Prinz-Luitpold-Haus aus zu erreichen.

Doch man muss gar nicht so hoch hinaus, ein Ausflug zur Hütte lohnt immer. Wer es also gemütlicher mag, der nimmt in Hinterstein den Bus zum Giebelhaus und gelangt von dort in rund zweieinhalb Stunden zum Prinz-Luitpold-Haus. Dann heißt es genießen und bei einem leckeren Essen die ganz besondere Atmosphäre in sich aufzunehmen!
Alpine Information

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Mehr Infos und Tipps zum Prinz-Luitpold-Haus und den anderen Schutzhütten, möglichen Mehrtagestouren rund um Oberstdorf finden Sie auf den Seiten der Alpinen Information von Tourismus Oberstdorf.

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