Donnerstag, 18.12.2025
Uli Auffermann

Vom Leben der Bergbauern im Winter

Als das Heuziehen noch zum bäuerlichen Jahreslauf gehörte.

Das Heumachen hoch oben auf den Alpwiesen und an steilen Grashängen hat bis heute Tradition unter den Oberstdorfer Landwirten und ist nach wie vor keine leichte Arbeit.

Viele halten daran fest, alljährlich im Sommer das gute Gras und die kostbaren Kräuter zu heuen, damit das Vieh auch im Winter gut versorgt ist. Doch wie mühselig muss es früher einmal gewesen sein, das Winterfutter vom Berglager in den heimischen Hof zu bekommen! Damals war das Heuziehen immer auch eine gefährliche winterliche Arbeit, die viel Kraft, Ausdauer und Geschick erforderte.

In schneereichen Wintern waren abgelegene Höfe und Ansiedlungen mitunter wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten, Straßen und Wege passierbar zu machen, eine mühevolle Angelegenheit. Insbesondere, wenn es galt, zu den hoch gelegenen Heulagern am Berg aufzusteigen. Bevor man überhaupt daran denken konnte, musste sich der Schnee erst verfestigt haben. Erschienen die Verhältnisse günstig, verabredeten sich die Bauern, die im selben Gebiet eine Wiese hatten, und machten sich mit ihren Hörnerschlitten auf den Weg. Im Gepäck die notwendigen Heuseile und Bremsketten. Fast immer war ein Heuzug Gemeinschaftssache, man half sich gegenseitig, einer allein konnte es kaum schaffen. Und nicht selten musste der Weg erst durch manchmal hüfthohen Schnee gebahnt werden! Im Stockdunkeln ging es los, mit der Laterne in der Hand, damit man bis zum Abend wieder zu Hause sein konnte. Vor dem eigentlichen Aufstieg blieben die Schlitten an einem geschützten Platz zurück. Anschließend übernahmen die Spurmänner, die sich gut auskannten, im Wechsel die anstrengende Spurarbeit. Einige trugen Schneereifen an den Füßen. Gemeinsam wurde ein breiter, festgetretener Weg angelegt, tief wie ein Graben, als Gleitbahn, auf der später das Heu heruntergebracht werden sollte.

War dann das Heulager erreicht, packten die Männer die großen Heuballen auf einfache Unterlagen aus Ästen oder Latten oder aber verschnürten sie zu mächtigen Paketen, die durchaus zwei Zentner schwer sein konnten und zu zweien oder dreien hintereinander gekoppelt wurden.

Mit dem Rücken gegen die Last gestemmt, die Schuhe zum Bremsen und Steuern eingesetzt, manövrierte jeweils ein Heuzieher so einen fast zwei Meter breiten Heuzug durch den Graben bergab – möglichst ohne umzukippen oder auszubrechen – vom Gewicht der Heuballen vorangetrieben. Waren die Verhältnisse besonders gut, konnte eine Heufahrt in sausendem Tempo ein Vergnügen sein. Bei Neuschnee musste die Bahn erst wieder geräumt werden. Doch vor allem in sehr steilem, ausgesetztem und kurvenreichem Gelände gab es nicht selten Unfälle, auch mit tödlichem Ausgang!

Am Schlittenplatz angekommen, wurde die Heulast umgeladen. Und je nach Schnee- und Wetterlage gestaltete sich der Heimweg mit den Schlitten recht angenehm oder aber nochmals als echte Schinderei. Inzwischen haben es die Oberstdorfer Landwirte leichter. So wie David Berktold: „Heute kann ich über Forstwege und die Straße zur Seealpe fahren und auch im Winter das Heu mit dem Traktor holen. Uns helfen die angelegten Wege doch sehr.“

Bilder historisch: Archiv Heckmair-Auffermann & Archiv Zellhuber

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