Es ist ein ganz besonderer Sport: Beim Eishockey geht es ungemein rasant zu, mit vollem Körpereinsatz, spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Oberstdorf hat auch dabei eine lange Tradition. 1924 gründete sich hier bereits der Eissport-Club Oberstdorf, der also vor gar nicht langer Zeit ein großes Jubiläum feiern konnte. In den Anfangsjahren wurde im Winter eine Eisfläche zum Eislaufen und Eisstockschießen auf dem Linden Acker angelegt, auf dem sich heute der Kurpark befindet. Und schon bald formierte sich auch eine Eishockeyabteilung.
Die Eissportler trafen sich an den extra dafür vereisten Tennisplätzen an der Fuggerstraße, oder aber sie trainierten auf dem zugefrorenen Freibergsee und dem Moorweiher. Ein erster großer Erfolg gelang 1934 mit dem Gewinn der Bayerischen Meisterschaften. Und auch nach dem Zweiten Weltkrieg trug das ambitionierte Eishockeyteam dazu bei, dass Oberstdorf überregional bekannt blieb und die Zuschauer in großer Zahl zu den begeisternden Spielen kamen. Ein großer Schritt in die Zukunft war 1958 in Oberstdorf die Eröffnung des ersten Kunsteisstadions Deutschlands, geeignet für den Sommer- und Winterbetrieb, das 1961 überdacht wurde. Seither können die Eissportler der Region ganz besonders gute Trainings- und Spielmöglichkeiten nutzen. Gleich im Jahr 1958 errang die Eishockeymannschaft den Süddeutschen Meistertitel und stieg in die Oberliga, die damals zweithöchste Spielklasse, auf. Der bis heute größte Erfolg wurde in der Saison 1966/67 errungen: Das Oberstdorfer Eishockeyteam schaffte in Spielgemeinschaft mit dem ERC Sonthofen, der zuvor zu den großen Konkurrenten gezählt hatte, die Qualifikation für die Bundesliga. Leider konnte man sich dort nicht lange halten.
Die jüngere Vergangenheit brachte wechselvolle Spielzeiten mit sich. So wurde zeitweise gar nicht am Ligabetrieb teilgenommen. Seit ein paar Jahren allerdings stellen die Oberstdorfer Eisbären wieder eine Mannschaft mit überwiegend jungen Spielern aus Oberstdorf und Umgebung– ganz nach dem Motto: Aus der Region, für die Region. Mit viel Enthusiasmus gehen sie in der Bayerischen Bezirksliga West auf Punktejagd – trainiert von Natascha Schaffrik-Hindeland, die in diesem Sommer bereits die Weichen gut gestellt hat: „Die Jungs sind motiviert, engagiert und bereit für die Saison. Wir haben harte Arbeit geleistet und wollen in dieser Spielzeit auf und neben dem Eis wieder alles geben, um die Weiterentwicklung des Teams voranzutreiben. Mich freut es, so viel Biss und Willen zu sehen. Das Training ist schnell, hart und energiegeladen, und ich bin stolz auf meine Jungs!“
Bilder: Eishockey - EC Oberstdorf
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Wer selbst einmal auf Schlittschuhen über das Eis gleiten möchte, kann das beim öffentlichen Eislaufen und Standlschießen selbst ausprobieren.