Montag, 05.02.2018
Uli Auffermann

Die ersten Allgäuer Skimeisterschaften

werden in Oberstdorf ausgetragen.. Damals ... im Februar 1910

Der damalige Wettstreit verlangte großes Können im freien Gelände.

Es scheint in der Natur der Sache zu liegen, dass Menschen, haben sie erst einmal etwas Neues für sich entdeckt, sich untereinander messen, sich vergleichen wollen. Und kaum eine Sportart bietet so vergnüglichen Wettkampf wie der Skilauf. Klar, dass auch das Allgäu zu derlei herrlichem Winterspaß gut aufgelegt war und schon früh seine ersten Skiwettbewerbe veranstaltete! Im Februar 1910 war es soweit: In Oberstdorf fand die Premiere der Allgäuer Skimeisterschaften statt. Noch gab es keine voneinander abgegrenzten Disziplinen. Vielmehr hielt man einen allgemeinen Geländelauf ab, mit Aufstiegen und Abstiegen im Bereich des Schattenbergs und des Nebelhorns. Und der erste Allgäuer Skimeister hieß Eugen Heimhuber vom Skiclub Oberstdorf. Kein Wunder, denn er gehörte zu den Skipionieren, die schon um die Jahrhundertwende ausgedehnte Skitouren in der Allgäuer Gipfelwelt unternahmen.

Beste Voraussetzungen also für einen derartigen Wettstreit, der den Teilnehmern wirklich großes Können im freien Gelände abverlangte, wie die überlieferte Beschreibung des Allgäuer-Skiverband-Wettlaufs von 1921 im Jubiläumsheft „100 Jahre Allgäuer Skiverband“ deutlich macht: „Start war bei Schrattenwang (1403 m), es ging durchs Hühnermoos (1424 m), dann aufsteigend über den Schönbichl hinauf und an den Nordwesthängen des Söllerecks querend dahin; die Wettkampfstrecke berührte bei Schafgeren (1560 m) den höchsten Punkt, lief dann in zügiger Abfahrt zur Feldalm (1455 m) und zur Mittelalm in Richtung Riezlern, bog in einer scharfen Schleifenabfahrt zur Amansalpe (1339 m) hinab, schlängelte sich dann im Wellengang parallel mit der bisherigen Strecke, nur etwas tiefer, nach Schrattenwang zurück, um von dort aus als anfangs leichtere und im Wald schwierigere, hindernislaufartige Abfahrt
über den oberen Höllrücken und die Höllwiesen (1050 m) im Tal beim Ziel am Ziegelbach (900 m) nach 12 km zu enden.“

Im Dezember 1906 hatte sich der Skiclub Oberstdorf gegründet, als sich neun Einheimische zusammentaten, um „für die Förderung des Skilaufs und deren Ausbreitung zu sorgen“, wie sie am Anfang ihrer Satzung niederschrieben. Es war der erste Skiverein im Allgäu und ihr Vorsitzender, Anton Merz, konnte am Ende des folgenden Jahres schon 38 Mitglieder zählen. Aber genauso in Kempten, Immenstadt und Oberstaufen entstanden nur wenig später eigene Skiclubs, und so wurde 1909 der Allgäuer Skiverband (ASV) gegründet. Stolze 315 Mitglieder hatte da der ASV, der zu dieser Zeit von Dr. Clemens Bösl aus Oberstdorf geleitet wurde. Die Allgäuer Verbands-Wettläufe – wie sie damals noch hießen – wurden zum festen Programm des ASV und jeden Winter abgehalten.

Auch an anderen Orten des Oberallgäus hielt man Skiwettläufe ab, denn der Skilauf fand damals immer stärkere Verbreitung. Dieter Haug, der heute Erster Vorsitzender des Allgäuer Skiverbandes ist, weiß zu berichten: „Die Allgäuer Skimeisterschaften gibt es nach wie vor. Die Meisterschaften werden jedoch mittlerweile in andere Rennen ‚eingepackt’, denn der Rennkalender ist inzwischen so vollgepackt, dass es nicht mehr möglich ist, sie separat zu veranstalten. Die Wertung erfolgt dann gesondert vom eigentlichen Rennen.“ Immer wieder gehörten Aktive des ASV zu den Teilnehmern bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften oder waren bei Deutschen Meisterschaften erfolgreich!

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