Freitag, 31.05.2019
Landwirte Oberstdorfs & deren Ortsteile

Die Alpe ist kein Streichelzoo

Wandern ist die mit Abstand beliebteste Aktivität in den Allgäuer Alpen. Doch ist bei Begegnungen mit dem Weidevieh eine gewisse Umsicht geboten.

Richtiges Verhalten bei Begegnungen mit Weidetieren.

Um gefährliche Situationen zu vermeiden, hat das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten rechtzeitig zu Beginn der Wandersaison einige Empfehlungen zusammengetragen, in denen es um richtiges Verhalten bei Begegnungen mit Rindern geht und wichtige Verhaltensweisen der Rinder beschrieben werden.

Bei Rinderherden sind zu unterscheiden:

Mutterkuhherde
Diese besteht aus Muttertieren und ihren Kälbern. Jungtiere sind neugierig, aber Achtung: Muttertiere verteidigen ihre Kälber impulsiv (Schutzinstinkt!). Dies kann zu sehr gefährlichen Situationen führen. Auch wenn männliche erwachsene Tiere (Stiere) dabei sind, ist besondere Vorsicht geboten.

Jungtierherde
(Regelfall auf Alpen) Diese jüngeren Tiere sind neugierig, oftmals bewegungsfreudig bis übermütig und kommen einem gerne entgegen. Beim Kontakt können sie sich erschrecken, was zu unkontrollierten Bewegungen führen kann.

Milchkuhherde
Sie besteht aus in aller Regel ruhigen und friedlichen Kühen, welche regelmäßig gemolken werden. Ein enger Kontakt und Vertrautheit mit Menschen ist daher gegeben.

Beim Queren von Viehweiden gelten folgende Empfehlungen:

Tiere nicht berühren

Grundsätzlich sollte man auf den Wegen bleiben und weidenden Tieren nicht zu nahe kommen. Auf offener Weide sollte ein Stock mitgeführt werden. Es ist ratsam, die Tiere im Auge zu behalten und vor allem Kälber weder zu streicheln noch zu füttern! Die Tiere könnten von vorherigen Störungen schon gereizt sein. Zeigt eine Herde Unruhe oder werden Wanderer bereits von Tieren fixiert, unbedingt Abstand halten! Lieber einen Umweg in Kauf nehmen!

Drohgebärden beachten!

Drohverhalten von Rindern

Im Falle einer Begegnung bleiben die meisten Rinder zu Beginn stehen und fixieren ihr Ziel. Dabei heben und senken sie den Kopf, schnauben (= intensives Riechen, da Rinder relativ schlecht sehen). Die Tiere gehen meist erst einige langsame Schritte in Richtung ihres Zieles, bevor sie loslaufen.

Hunde bei Angriffen ableinen!

Weideflächen mit Hunden umgehen!

Halten Sie Ihren Hund an der Leine. So verhindern Sie, dass dieser der Herde zu nahe kommt oder diese jagen will. Hunde gleichen Wölfen und werden daher oft gerade von Muttertieren angegriffen. Leinen Sie Ihren Hund sofort ab, wenn ein Angriff abzusehen ist. Hunde sind schnell genug, um auszuweichen. Dadurch wird auch vom Hundehalter abgelenkt, sodass dieser den Gefahrenbereich verlassen kann!

Ruhig bleiben!

Kommt es zu gefährlichen Situationen:

Bewahren Sie Ruhe und laufen Sie nicht davon! Im absoluten Notfall versetzen Sie dem Rind mit dem Stock einen gezielten Schlag auf die Nase. Andernfalls gehen Sie langsam und stetig aus der Gefahrenzone, ohne den Tieren den Rücken zuzukehren.

Diese Empfehlungen gelten für alle Weidetiere, egal ob Rind, Schaf, Pferd oder Ziege.

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